Biologische Ortung

Biologosche Ortung

Während "Sanitätshunde" (Flächensuche) schon im ersten Weltkrieg gezielt eingesetzt wurden, so begann der Einsatz von "Trümmer-Rettungshunden" eher zufällig gegen Ende des zweiten Weltkrieges in England. Man hat beobachtet, dass ein Hund Menschen in den Trümmern zerbombter Häuser aufspürte. Daraus wurden dann unsere heutigen Trümmer - Rettungshunde.

Hunde haben etwa 40-50 mal mehr Riechzellen und auch ein größeres "Riechzentrum" im Gehirn als der Mensch. Damit sind trainierte Hunde z. B. in der Lage Buttersäure in einer bis zu 100.000fach größeren Verdünnung wahrzunehmen, als der Mensch. Dies macht man sich bei den Rettungshunden zu Nutze. Nahezu alle Rettungshundearten sind auf den Geruch von lebenden Menschen konditioniert. (Leichensuche ist i.d.R. Aufgabe der Polizei). Das heißt für den Trümmer - Rettungshund, er sucht und lokalisiert die Stelle, an der die meiste menschliche (Lebend-) Witterung austritt, dort verharrt er und zeigt seinem Hundeführer die Stelle durch Bellen an. (Dieser Punkt muß nicht exakt mit der tatsächlichen Lage der Person übereinstimmen (Thermik).
Für diesen menschlichen Geruch sind hauptsächlich abgestorben Hautzellen (ca. 50 Millionen pro Sekunde), die von Bakterien zersetzt werden, verantwortlich. Tritt nun der Tod des Opfers ein, so verändert sich der "Lebendgeruch" sukzessive zum "Verwesungsgeruch". Dieser Prozeß dauert eine Zeit (stark temperaturabhängig), sodass der Hund nicht zwischen "noch lebend" oder "gerade gestorben" unterscheiden kann. Störgerüche in einem zerstörten Gebäude (getragene Kleidung, Lebensmittel, etc.) dürfen einen Hund nicht ablenken. Dennoch ist zu beachten, dass z. B. Chemikalien oder Abgase die Hundenase vorübergehen "außer Gefecht" setzten können.

Einsatztaktik:
Für den Einsatz von Rettungshunden sind viele Faktoren zu beachten. In erster Linie ist die Zerstörungsform und damit die Thermik entscheidend (z. B. "Kamineffekt"). Die Windverhältnisse müssen ebenfalls beachtet werden. Daher kann es notwendig sein, die Hunde von unterschiedlichen Richtungen her auf den Trümmern zur Suche anzusetzen. Sind bereits Opfer gerettet worden, oder haben sich längere Zeit Rettungskräfte auf den Trümmern befunden, können sogenannte "Geruchsfallen" entstehen. So werden Bereiche bezeichnet, in denen sich noch "frische" menschliche Witterung befindet ("gefangen" ist), obwohl tatsächlich niemand mehr dort ist.
Die Trümmergängkeit von entsprechend ausgebildeten Rettungshunden ist, auch aufgrund ihres geringen Gewichtes, sehr groß. Ist ein Gebäude einsturzgefährdet und darf nicht mehr ohne weitere Sicherungsmaßnahmen betreten werden, so kann ein Rettungshund z. B. mit einer Drehleiter in ein oberes Geschoss gebracht werden (Gasexplosion, Aachen - Bendstr., 1999).
Die Einsatztaktik sieht nach erfolgter Ortung durch einen Hund eine Nachortung durch einen zweiten, oftmals auch dritten Hund vor. Dies wird zur Bestätigung und Konkretisierung der Anzeige gemacht. Des weiteren geht mit dem Hundeführer eine Hilfsperson (Eigenschutz) in den Einsatz. Der Hund wird während der Suche von mehren erfahrenen Helfern beobachtet, da der Hundeführer u. U. in den Trümmern nicht ständig Blickkontakt zu seinem Hund halten kann.
Die Einsatzdauer eines Trümmer - Rettungshund variiert zwischen einer halben Stunde und wenigen Minuten. Auch hier sind wieder die Umwelteinflüsse entscheidend. Hohe Temperaturen, starke Staubentwicklung, etc. wirken hier vermindernd. Wie weit ein Hund in die Trümmer hineinriechen kann, ist auch stark variabel: Hier hat die Zerstörungsform / Thermik einen entscheidenden Einfluß (z. B. Skelettbauten mit großen Hohlräumen gegenüber Massivbauten mit dichten Schüttungen).   

 

Pro:

 

  • sofort einsetzbar
  • kann große Flächen schnell absuchen
  • findet auch Bewusstlose Personen
  • kann auch noch eingesetzt werden, wenn die Räume für Menschen nicht betretbar sind (leichter)

Kontra:

 

  • findet keine Personen in total abgeschlossenem Raum (kein Witterungsaustritt)
  • Chemikalien
  • starke Hitzeentwicklung in den Trümmern

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